Fotograf Konrad Stöhr besucht unsere Projekte in Äthiopien

Seit 2013 begleitet uns der Fotograf Konrad Stöhr regelmäßig auf vielen Veranstaltungen, so z.B. auch beim Berlin Marathon und hält viele (Lauf-)Momente in atemberaubenden Bildern fest.

In diesem Monat ist Konrad nach Äthiopien geflogen und besuchte unsere Projekte vor Ort. Wir freuen uns sehr über die authentischen Bilder, die das Leben, die Situationen und die Menschen vor Ort widerspiegeln.

Hier berichtet Konrad über seine spannende Reise:

„Meine Reise nach Äthiopien war ein echtes Abenteuer und das von Anfang an.

Das Visum kam, nur mit ganz viel Glück und viel Energie, erst drei Tage vor Abflug an. Die Impfungen, die ich bekommen sollte, konnten aufgrund eines Infektes erst fünf Tage vor Äthiopien gespritzt werden…

Ich war mir bis drei Tage vor dem Abflug tatsächlich noch nicht sicher, ob ich überhaupt fliegen kann und dann hat doch alles geklappt.

In Äthiopiens Hauptstadt angekommen, hatte ich erst einmal zwei Tage im Hotel, um mich an alles Neue (Sprache, Essen, Kultur und 2600m ü.n.N.) zu gewöhnen. Am Montag dem 04.09.2017 ging es dann richtig los.

Generell bestand die Reise aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen, die aber beide mit HelpAge zu tun haben.

Die erste Woche bestand aus Projektbesuchen.

Im dem von HelpAge Deutschland geförderten Projekt „Hospiz Ethiopia“ habe ich drei Patienten kennengelernt, die an HIV und Krebs leiden und vom Hospiz durch Medikamente, kleine finanzielle Zuwendungen und mit einem offenem Ohr unterstützt werden. Mich hat sehr erschrocken, in wie kleinen und dunklen „Buden“ die Menschen dort leben und wie viel älter die Menschen aussehen, als sie wirklich sind.

Im 5 Stunden von Addis entfernten, bergigen und landschaftlichen wunderschönen, Zeway hat mir ein Mitarbeiter von HelpAge Ethiopia zwei Projekte gezeigt. Es ging mit dem Geländewagen und einem zwei stündigen Fußmarsch zu einem Brunnen, der  von HelpAge International gebaut wurde. Der zweistündige Fußmarsch war anstrengend, jetzt kann ich mir ganz ungefähr vorstellen, wie hart es ist vier Stunden mit Kanistern voller Wasser zu gehen. Trotzdem waren die Menschen glücklich, denn vor dem Brunnen gab es einfach kein sauberes Wasser. Im zweiten Projekt in Zeway haben mir Familien voller Stolz ihre Maisfelder präsentiert. HelpAge International gibt den Bauern hier Saatgut. Ein Feld, das ca. so groß ist wie 3 Fußballfelder kann hier eine 10-köpfige Familie ernähren. Voller Stolz hat eine Familie für mich einige Maiskolben über offenem Feuer gegrillt und mir zum Mittag serviert. Beeindruckend, dass Menschen, die so wenig haben, trotzdem fremde Gäste so gastfreundlich und großzügig empfangen!

Die zweite Hälfte der Reise drehte sich um das – auch in Äthiopien sehr beliebte -Thema „Laufen“!

Egal wo, wenn ich auf die Frage „What are you doing in Ethiopia?“ geantwortet habe „I am gonna meet some professional athletes“, merkte man direkt, wie stolz die Bevölkerung auf ihre Läufer ist!

Ich habe Chalachew Tiruneh und Tesfamariam Solomon getroffen, die ich beide für eine Fotogeschichte für die „Runnersworld“ begleitet habe. Während der Zeit war ich den beiden wirklich sehr nah, so habe ich zusammen mit Chalachew und Tesfamariam gegessen, war beim Training dabei und habe zusammen mit Tesfamariam in einem 120cm Bett unter einer Decke geschlafen. Näher geht es wirklich nicht. Das Leben der beiden in Addis ist sehr einfach und durch den Sport sehr anstrengend. Morgens um 6:00 Uhr fängt das erste Training an. Knallhart in einer 60-100 köpfigen Gruppe. Wer nicht mithält wird langfristig aussortiert. Nach dem Training gibt es erst mal Frühstück. Oft Pasta, das macht satt. Chalachew lebt in einer 10qm großen Wohnung. Plumsklo und kalte Dusche teilt er sich mit den Nachbarn. Stolz zeigt er mit seinen winzigen Röhrenfernseher. Der kann sogar schon Farbe. Laufen steht hier im Mittelpunkt. Schlafen, Essen, Laufen. Schlafen, Essen, Laufen….

Beide freuen sich total auf Berlin und wünschen den „OMA“-LäuferInnen noch eine gute Vorbereitung. Chalachews Ziel ist es eine 02:10-02:08 zu laufen, Tesfamariams Ziel ist auch unter  02:10 zu bleiben.

Ich freue mich ebenfalls auf Berlin und jetzt erstmal auf eine ruhige Zeit zuhause, die Reise hat ganz viele Eindrücke mit sich gebracht und mir wirklich gezeigt wie wichtig die Arbeit von HelpAge in Äthiopien ist und wie schon kleinere finanzielle Zuwendungen ganzen Familien neue Hoffnung geben können!“

Einen lesenswerten Artikel hat die Neue Osnabrücker Zeitung vor dem Abflug von Konrad Stöhr veröffentlicht, diesen findet ihr hier: https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/942001/mit-19-jahren-als-fotograf-aus-osnabrueck-nach-aethiopien

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