Alp d‘Huez in Ostwestfalen — Dirk Friederich

Bild5Enge Menschengassen, begeistertes Publikum, Anfeuerungsrufe, Bier und Bratwurst am Straßenrand: So muss es sich anfühlen, bei der Tour de France in Alpe d’Huez anzukommen. Die Sportler werden vorangetrieben, geben alles, eine gute Figur zu machen. Nur – es ist nicht Frankreich, sondern Ostwestfalen, Oerlinghausen. Nicht die Tour de France, sondern der Hermannslauf. Und wir, Mario und ich, mittendrin. Getümmel wie beim Berlinmarathon – 7000 Menschen auf Waldwegen, engen Straßen und Treppen. Knapp drei Stunden nach dem Start mit insgesamt über 31 Kilometern und 560 Höhenmeter hoch und 770 Höhenmetern runter in den Beinen: das Ziel an der Sparrenburg in Bielefeld, die Medaille um den Hals, erschöpft aber stolz auf unsere Laufzeiten. Mario mit fantastischen 2:45 h und meine 2:47 h sind auch ganz o.k. Dazwischen einer der schönsten, aber sicher auch einer der anstrengendsten Läufe, die ich je gemacht habe.

P.S.: Was uns besonders freut: Andreas Ungemach, Osnabrücker Läufer-Urgestein, der uns begleitet hat, gewinnt bei seinem wohl letzten Hermannslauf – behauptet er wenigstens – unangefochten seine Altersklasse (M80!).

 

20 Jahre Marathon- Bleifreier Nachtlauf von M.Blieffert

Bild6Freitag, 23:55 Uhr. Wir treffen uns an der Eisenbahnunterführung Limberger Straße. Andreas Landwehr, Andreas Ottmer, Lutz Hethey, Lutz Molitor und ich. In einer kurzen, würdevollen Zeremonie wird mir zu meinem 20jährigen Marathonjubiläum feierlich die neue Jede-Oma-zählt-Kappe überreicht. Ein tolles Geschenk von den vier Nachtläufern. Wir müssen uns sputen, stürmen in den Bahnhof an den erstaunten Polizisten vorbei, die da noch vom VfL-Relegationsspiel Objektsicherung betreiben. Atempause unter VFL-Fans. Dann 0:40 Uhr Kattenvenne, der Wettergott ist gnädig. Nur ein leichter Schleier verdeckt den Vollmond, die Straßen sind leer. Lampen brauchen wir nicht. Schon bald zeichnet sich der Höhenzug des Teutoburger Waldes ab. An der Felsenquelle geht es hinein in den Wald. Um 2:04 Uhr die erste Pause an der Alex-Schotte-Hütte. Im Norden der Hüggel, dahinter die roten Lichter der Windräder auf dem Piesberg. Ein wunderbarer Ausblick. Wir passieren die Gellenbecker Mühle, Zwischenstation an der Gaststätte Zum Jägerberg um 3:04 Uhr. Abholbereit warten dort in einer Plastiktüte Müsliriegel und Wasser, die letzte Tanke vor der Hüggelkuppe, von wo es nur noch 9 Kilometer bis zum Ziel sind. Unterwegs kommen uns  zwei Radler entgegen. Mehr Menschen sind uns nicht begegnet.

Die Stimmung ist wunderbar. Die Ruhe der Nacht, merkwürdiges, dämmriges Licht. Unwillkürlich sind wir langsam gelaufen, haben dieses kleine Abenteuer genossen. Um 4:10 Uhr erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt, 32 Kilometer und fast 500 Höhenmeter liegen hinter uns.